Abzocke beim Autoverkauf?

Bereits im Januar 2016 habe ich euch meine Erfahrung mit wirkaufendeinauto mitgeteilt. 

Nun haben “AutoBild” und FOCUS Online Vorwürfe gegen diese Firma erhoben. Hier ein Auszug aus dem Bericht.

Quelle: FOCUS.de


Die Zeitschrift “AutoBild” hat mit einer Stichprobe die Firma “Wirkaufendeinauto.de” getestet – und erhebt Vorwürfe: Käufer würden mit Lock-Angeboten getäuscht, die nicht dem tatsächlichen Ankaufpreis entsprechen. FOCUS Online hat beim Unternehmen nachgehakt.

Schnell und einfach sein Auto verkaufen – Marke und Zustand egal. Die Plattform “Wirkaufendeinauto.de”, unter anderem durch ihre allgegenwärtige TV-Werbung bekannt, verspricht einen unkomplizierten Auto-Verkauf “zum Bestpreis”. Laut Selbstauskunft hat das vom TÜV Saarland zertifizierte Unternehmen bereits 800.000 Fahrzeuge angekauft. Hinter dem Unternehmen steht die Auto 1-Group, die die angekauften Autos über ein eigenes Portal an Händler weitervermittelt. Offenbar mit Erfolg: Nach Informationen des “Handelsblatts” hat Auto 1im Sommer 360 Millionen Euro von den Venture-Capital-Fonds Target Global, Princeville Global und Baillie Gifford sowie von mehreren Banken erhalten.

Autozeitschrift spricht von “Abräumer-AG”

Die Zeitschrift “AutoBild”hat jetzt allerdings schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben und “Wirkaufendeinauto.de” in ihrer aktuellen Ausgabe (45/2017) als “Abräumer-AG” bezeichnet. Worauf beruhen die Vorwürfe?

  • Die Redakteure machten eine Stichprobe mit einem Opel Astra 1.4 Turbo (Baujahr 2013, Laufleistung 59.000 Kilometer). Der Wagen wurde einem Opel-Vertragshändler und einem freien Händler zum Verkauf angeboten sowie privat im Internet inseriert. Außerdem wurde der Wagen Wirkaufendeinauto.de zum Kauf angeboten.

  • Das Ergebnis: Bei einem Privatverkauf bekäme man für den Astra laut Einschätzung der Zeitschrift rund 11.000 Euro. Beim Vertragshändler machte man für den Opel ein Angebot von 9000 Euro, beim freien Händler wurden 8900 Euro offeriert und bei Wirkaufendeinauto.de 9950 Euro. Ein Gebrauchtwagen-Bewerter der DEKRA kam in einem Wertgutachten auf 8950 Euro. Wirkaufendeinauto.de stellte also per Online-Bewertung die (abgesehen vom Privatverkauf) höchste erzielbare Summe in Aussicht.

  • Der Haken: Statt der versprochenen 9950 Euro kam beim Vor-Ort-Termin in der Filiale von Wirkaufendeinauto.de die Ernüchterung. Nur 8271 Euro lautete das tatsächliche Angebot – eine Differenz von rund 1700 Euro.

1700 Euro weniger als versprochen

Die “AutoBild” spricht deshalb von einem Lock-Angebot, mit dem das Unternehmen die Kunden ködere. “Der Mitarbeiter verweist auf eine kleine Schramme im Dach und darauf, dass er keinen Einfluss auf die Preisgestaltung habe”, berichtet die Autozeitschrift. Die Informationen und Bilder der Autos werden in die Zentrale des Unternehmens geschickt und die angeschlossenen Händler können Kaufangebote abgeben. Sie sparen sich dann die Sichtung vor Ort.

Es stellt sich die Frage, wie eine so hohe Differenz zwischen Online-Preis und tatsächlichem Ankaufpreis bei Wirkaufendeinauto.de erklärbar ist. Auch andere Portale wie Autoscout24.de oder Mobile.de bieten Preisbewertungen an. Gibt man das von der “AutoBild” ausgewählte Opel-Modell zum Beispiel in die Online-Bewertung von Mobile.de ein, berechnet das System einen voraussichtlichen Ankaufpreis von 8300 Euro. Also ziemlich genau das, was auch für den Beispiel-Astra der “AutoBild” am Ende wirklich geboten wurde. Im Gegensatz zu Wirkaufendeinauto.de kauft Mobile Fahrzeuge nicht selbst an, sondern bietet dem Verkäufer zwei Möglichkeiten: Er kann sein Auto entweder privat inserieren – in der Hoffnung, einen besseren Preis zu erzielen – oder das Auto bei einem der Mobile-Partnerhändler verkaufen.

Das sagt das Unternehmen

Warum Wirkaufendeinauto.de online einen offensichtlich nicht marktgerechten Kaufpreis in Aussicht stellt – eine erneute Stichprobe bei der Online-Bewertung ergibt für den Astra aktuell einen in Aussicht gestellten Ankaufpreis von 9923 Euro – bleibt offen. FOCUS Online hat beim Unternehmen nachgehakt. Lisa Langlois, Sprecherin der Auto 1 Group, verweist auf “800.000 zufriedene Kunden” und sagt:“Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Kunden unzufrieden sind. Diese Fälle bestmöglich zu minimieren, ist unser täglicher Ansporn. Bei einem einfach gehaltenen Online-Rechner, der einen statistischen Referenzwert basierend auf der durchschnittlichen Wertentwicklung eines Fahrzeugs ermittelt, und einer vor Ort durchgeführten Prüfung wird es jedoch oftmals zu Abweichungen kommen.”

Den ganzen Bericht könnt Ihr HIER weiterlesen

Hier einige Kommentare:

Walter Klein

Diese Adressmüsste richtif wie folgt

lauten : wir-klauen-dein-Auto.de . Mehr gibt es aus Erfahrung dazu nicht zu sagen, da hier unbesehen Versprechen gemacht werden die reine Lockangebote sind . Das Ziel ist: Wir klauen dein Auto !

Renald Netzel

Es gibt ja etliche Möglichkeiten

sein Auto zu verkaufen. Natürlich will “Wir kaufen dein Auto” damit auch Geld verdienen. Also einfach mal alle Angebote ( Händler-Mobile.de usw. ) anklicken.

Hans-Peter Bauer

Werbung

In Villarriba und Villabajo werden Pfannen gereinigt, andere waschen ewig lange versaute Tischdecken. Wer glaubt diese Webesprüche oder dass der leidige Versicherungsvertreter beim Unfall mit Geschenken aufwartet. Dagegen ist die nicht ganz unlästige Werbung von wirkaufendeinauto.de geradezu erfrischend. Wer sein Auto schnell verkaufen will, kann zu den einschlägigen Gebrauchtwagenhändlern am Stadtrand gehen und wird dort mit ähnlichen Konditionen versorgt. Der Händler lockt dort mit einem Bündel Bargeld. Das war schon auf dem Pferdemarkt so und ist bei Fahrzeugen ganz normal. Wer das besser weiß sollte sein Auto selbst verkaufen und das Risiko verborgener Mängel selbst tragen. Viel Erfolg!

MARC PIECH

Tja,

Was die Firma kaufe dein Auto macht es ja nicht illegal, und niemand ist gezwungen dort sein Auto zu verkaufen. Mittlerweile gibt es auch Dutzend Ableger von ich kaufe dein Auto, die sich genauso nennen.

Vitali Bader

Fakt ist

kein Händler kauft Autos zu dem Preis an wie der Pivatmann es grob bei Mobile mit einem Umkreis von 200 km gegoogelt hat. Eine Marge von 2000 Euro ist schon eigentlich zu knapp kalkuliert .bei uns gehen ältere Fahrzeuge auf eine Händler Auktion. Da diese meist zu alt sind um diese dann noch gewinnbringend mit einer Gebrauchtwagen Garantie verkaufen zu können . Leute denken oft wir kaufen die Fahrzeuge zu dem Preis an wie der Privatmann diese im Internet kauft. Das wir oft minus machen mit solchen Autos juckt keinen. Egal ob wir kaufen dein Auto, Händler oder sonst jemand. Malle machen es um Geld zu verdienen. Wer das nicht akzeptiert soll die Arbeit selber machen und es bei Mobile verkaufen.

Karla Tortelli

Dr. Google..

..ist voll von negativen Bewertungen. Dass immer noch so viele drauf reinfallen, was so was wie ein Armutszeugnis ist. Vor ein paar Wochen hatte ich ein Auto abzugeben und hab meins in dem Portal bewerten lassen um einen ungefähren Händler Einkaufspreis zu erfahren…dafür ist die Seite halbwegs gut…Privat verkauft, gab deutlich mehr…logisch. Was mich allerdings davon abgehalten hat, mein Auto bei denen vorzustellen, ist zu einem die Lachnummer von Tv-Werbung, sowie die vielen selbstgemachten Lobeshymnen auf deren Websites, welche im absoluten Gegenteil zu den Bewertungen im Internet stehen. Klar, dass nicht jeder zufrieden ist, aber eine solche Diskrepanz zwischen gut und nichtgut, sollte bei jedem die Alarmsirenen einschalten. Rechtlich einwandfrei,aber Moral =Fehlanzeige

© Rudi Geiss
 

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