Bahnradfahren in Rio

Heute geht es um den Radsport, aber nicht um das Sporttreiben im Fitnessstudio, sondern um Bahnradrennen, die auf Radrennbahnen in einem Velodrom ausgetragen werden. In einer riesigen Halle flitzen die Radler hierbei bei extrem hohen Geschwindigkeiten über die Bahn, vorbei am Publikum und müssen einen unglaublichen Kraftaufwand anwenden und Ausdauervermögen beweisen. Zusammen mit der Tour de France wird Radrennfans demnächst eine ausgezeichnete Möglichkeit geboten, um neue Wettkämpfe zu verfolgen – nämlich bei den Olympischen Spielen.

Bahnradrennen

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Rio steht vor der Tür. Schon im August ist es soweit. Die olympischen Radrennveranstaltungen finden vom Donnerstag, den 11., bis Dienstag, den 16. August statt. Die Radler bereiten sich schon lange auf ihren großen Tag vor und es wird sich zeigen, wie erfolgreich sie ihr Training umsetzen können.

Besonders hierzulande ist der Radsport ausgesprochen beliebt. Viele Menschen verfolgen das aktuelle Sport-Geschehen in Deutschland schon jetzt, reisen selbst nach Rio oder geben Tipps durch Online-Wetten ab. Es wird spannend. Zeit, sich den Sport etwas näher anzusehen.

Fahrradrennen sind seit 1896 (mit einer Ausnahme) ständiger Teil des Programms der Olympischen Spiele. Radrennen existieren aber schon mindestens seit den 1870er Jahren. Schon damals wurde auf Holzbahnen gefahren, ähnlich denen, die heute eingesetzt werden.

Die Fahrräder, die bei professionellen Radrennen benutzt werden, besitzen keine Bremsen, keinen Freilauf und nur einen Gang. Ein Grund für das Fehlen der Bremsen ist, dass ein plötzlicher Stopp eines Fahrers mitten auf der Bahn aufgrund der hohen Geschwindigkeit zu schweren Unfällen führen kann. Zeitweilig werden nämlich Geschwindigkeiten von über 80 km/h erreicht.

Im Training werden neben dem hauptsächlichen Üben im Velodrom auch viele Stunden auf der Straße gefahren, um die Ausdauer zu trainieren und die Beine zu stärken, erzählt der Radrennfahrer Jamie Staff der Zeitschrift Men’s Fitness. Staff trainiert einige der besten Radrennfahrer der USA im Sprint. Der aus Großbritannien stammende frühere BMX-Fahrer hat bei den Olympischen Spielen von 2008 die Goldmedaille gewonnen und weiß daher, wovon er spricht. Er war außerdem zu seiner Zeit einer der besten BMX-Fahrer der Welt. Im Jahr 1996 wurde er Weltmeister im BMX. Der 43-Jährige betont aber, dass er beim Training so seine Vorlieben hat und dass andere Trainer es vielleicht anders machen würden als er es tut. So lässt er seine Radler gerne lange Strecken fahren, was andere nicht machen. Natürlich geht’s auch ab ins Fitnessstudio. Ein paar Mal pro Woche würden sie sich dort einfinden, berichtet Staff.

Bahnradrennen

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Zu den erfolgreichsten deutschen Sprintfahrern gehört René Enders. Der 29-Jährige aus Zeulenroda hat sowohl im Jahr 2008 als auch in 2012 die Bronzemedaille im Team bei den Olympischen Spielen gewonnen. Zu seinen Teamkollegen gehörten Robert Förstemann, Maximilian Levy und Stefan Nimke. Dieses Jahr ist Enders in Rio wieder mit dabei und hofft diesmal auf Gold. Auch, weil dies sein letzter Olympiaaufritt werden soll, wie er dem Magazin Focus berichtete. Er wolle bis Rio noch mal „voll durchziehen“, erzählte er. Zu Hause, in der Stadt Auma-Weidatal (nahe Zeulenroda), wurde er auf dem Marktplatz noch mal groß verabschiedet. Die Unterstützung kann er gut brauchen, auch als einer der besten Bahnradfahrer der Welt, denn höher hinaus als die Olympischen Spiele geht’s nicht. Alles in allem ist das Radrennfahren ein Sport, der viel hergibt. Sowohl für die Fahrer als auch für die Zuschauer. Die Bahn im Velodrom steht in Rio schon bereit. Freuen wir uns also auf ein paar spannende und adrenalingeladene Rennen.

© Rudi Geiss

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