Kein Strom, was nun?

Mir war es nicht bewusst wie abhängig ich vom Strom bin. Ich denke das die meisten von uns nicht darüber nachdenken was passiert, oder besser gesagt nicht passiert, wenn der Strom mal wegbleibt.

Strom

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Vor ein paar Tagen werde ich morgens von Stimmen und laufenden LKW`s geweckt. Normalerweise ist es morgens recht ruhig auf „meiner“ Straße. Aber an dem morgen war was los.

Mein Blick auf den Wecker zeigt 0515. Zu früh um aufzustehen, denn ich hatte frei und musste nicht zur Arbeit. Ich möchte aber wissen was da draußen los ist.

SWK2

Durch das Küchenfenster sehe ich das genau vor dem Haus 3 LKW`s vom hiesigen Stromanbieter SWK stehen sowie einige Menschen die mit Messband die Straße und den Gehweg vermessen. Morgens um 0515?

Erst jetzt fällt mir auf, das es so seltsam dunkel in der Wohnung ist. Keine Anzeige am Herd oder Mikrowelle und auch im Büro leuchtet nichts. Aha, der Strom ist weg, daher der emsige treiben auf der Straße. Einzig mein Wecker, der auf 220V UND Batterie läuft, zeigte noch die Uhrzeit an.

 

OK, es ist eh noch zu früh um irgendwie aktiv zu werden. Ich lege mich wieder ins Bett und döse bis 0800 vor mich hin.

Müde

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Draußen ist immer noch einiges los. Direkt vor dem Haus haben die SWK-Menschen mit einem Bagger den Gehweg aufgerissen und sind immer noch fleißig am Buddeln. Im Badezimmer gab es natürlich nur kaltes Wasser zum Waschen… Aber ich bin hart  :mrgreen: 

Nachdem ich beim Bäcker war und mir frische Brötchen geholt hatte, wollte ich zu meinem Schwager Winni. Winni wohnt nur 100 Meter von mir entfernt. Tcha, ohne Strom geht auch keine Türklingel. War nichts mit Schwager besuchen.

Wieder zu Hause fiel mir ein, das heute mein Motorrad abgeholt werden sollte. Meine Suzuki springt leider seit ein paar Tagen nicht mehr an. Die Motorrad Werkstatt wollte vorher anrufen, wenn sie kommen um meine VS800 abzuholen.

So langsam merke ich, das ohne Strom bei mir zu Hause kaum was geht. PC läuft nicht, das war mir klar. Aber ich habe ja ein Laptop. Das Lappi ist voll aufgeladen. Innerlich jubelte ich schon. Lappi fährt hoch, aber… Kein Strom, heißt auch keinen Internet Router, heißt kein Internet und da ich Telefon over IP habe geht auch das Telefon nicht.

Als ich nun über mein Handy per Internet versuchte die Telefon Nummer der Moped Werkstatt heraus zu finden, fing es plötzlich an allen Ecken in der Wohnung an zu piepen. Ahh Strom ist wieder da. Freu….. Erst einmal einen Kaffee gemacht und ein paar Minuten später rief auch mein Motorrad Händler an, das er sich nun auf den Weg zu mir macht.

SWK

Richtig schnell die Jungs der SWK. Nach ein paar Stunden war sogar das Loch wieder zu.

Ich war nur einige Stunden ohne Strom, aber froh das nun alles wieder normal läuft.

Über viele Dinge die für uns alltäglich sind denken wir gar nicht mehr nach. Ich mag mir nicht vorstellen wenn auch mal unser Wasser für ein paar Stunden „weg“ bleibt.

Habt ihr auch schon mal ein paar Stunden oder mehr ohne Strom oder Wasser erlebt?

© Rudi Geiss
 

17 Gedanken zu „Kein Strom, was nun?

  1. Ich hatte mal Monat ohne Wasser. Musste zum Brunnen zwei Blöcke weiter. Klar, nicht angenehm, aber an der Schlange am Brunnen hatte ich die ganze Nachbarschaft kennen gelernt. Wenn man Student ist, ist es sogar lustig:))

     
  2. Ja erst dann merkt man was man hat. Wir hatten kein Strom fuer mindestens ein 2 Tage , doch es war nett, im Kerzenlicht Take away essen und Karten spielen. die Nachbarn traffen sich in der Strasse und die die Strom hatten brachten Tee. Bei uns hat ein Lehrling die Kabel durch geschnitten als sie einen Gas zaehler vors Haus installierten. Deren Versicherung bezahle den Inhalt der Gefriertruhe, da wir alles wegwerfen mussten.
    Es bringt Leute zusammen und man macht wieder Sachen die man vor 50 Jahren machte, spiele, conversation und fun.
    Manchmal ist es gut so abzuschalten.

     
    • Das kann schon nett werden. Mein Nachbar fand es aber nicht so Lustig. Er hat ein Elektrisches Garagentor. Da ging nichts 😉

       
  3. Ich denke, dass uns so vieles im Leben scheinbar *selbstverständlich* erscheint.
    Aber wir sollten uns immer dess gewahr sein, dass: NICHTS selbstverständlich* ist!
    Liebe Grüße und Segen!
    M.M.

     
  4. Weihnachten 2003 fiel bei uns (damals wohnte ich in einem Hochhaus) der Strom aus. Wir hatten schon Probleme mit der Dämmung, saßen in der Kälte mit Jacken im Wohnzimmer… Und dann im Dunkeln… Der Techniker kam erst am zweiten Tage später raus, weil… War ja Weihnachten… (wie gut, dass wir das Fest auswärts feierten, und auf warme Küche an den Feiertagen nicht verzichten musssren!) war aber interessant und irgendwie auch schön. Mein Exmann durfte sich mal auf mich, statt auf den Fernseher konzentrieren. 😉 über das batteriebetriebene Radio bekamen wir noch genug von der Außenwelt mit… Und Kerzen sind doch immer noch über einiges heimeliger als künstliches Licht…. :-DJa, und kalt duschen soll ja auch gut für die Gesundheit sein. 3:-)

     
  5. Was für ein Glück, dass der Bäcker zur Brötchenbackzeit noch Strom hatte ☺
    Für’s Licht hätte ich genug Kerzen, Streichhölzer und auch aufladbare Taschenlampen (durch drehen und/oder kurbeln kann man einen Akku laden). Warmes Wasser wäre allerdings schon ein Problem.
    Früher, in unserem Wochenendhaus, da haben wir uns den Strom mit einem Dieselaggregat selbst gemacht. Wärme etc. war dank Ölofen und Propangas auch kein Problem. In der jetzigen Zivilisation musste ich zum Glück noch nie länger als zwei Stunden auf Strom verzichten.
    Ganz schön beängstigend WIE abhängig wir davon sind.

     
  6. Als ich 18 war und noch in meiner „neuen“ Wohnung noch mit Kohle heizte, fiel oft der Strom aus. Im Winter kein Problem. Warmes Wasser zum Waschen oder zum Kochen wurde auf der Platte des Dauerbrennofens warm gemacht. Wenn ich keinen Fernsehempfang hatte, laß ich ein Buch und machte dazu Kerzen und Teelichter an. Fand ich damals originell. Heute? TV und Laptop im Dauerbetrieb. Ohne Strom bin ich nicht ich. In der Jugend war man noch flexibler.

     
  7. Ich bin auch ziemlich ‚abhängig‘ von den ‚Zivilisationsgaben‘ der 1.Welt. Aber wenn man muss, gewöhnt man sich an vieles. Das habe ich gemerkt, als ich von der eigenen Wohnung ins Heim ziehen musste.

     
  8. Oh ja…Man realisiert erst dann wie oft wir Strom und Wasser benötigen, wenn wir es plötzlich nicht wie gewohnt nutzen können. Ohne Strom hätte ich keine Arbeit und ohne Wasser…oh nein…das möchte ich mir gar nicht ausmalen. Aber es ist auch erschreckend, wie verwöhnt wir alle doch sind. 🙈

     
  9. Liebender Rudi

    Ja habe ich und Es war erstaunlich friedlich seltsam ein ungewohnter Leerraum
    und das was Du erlebtest kann sich jederzeit auch im globalen wiederholen
    Durch einen Sonnensturm oder eine wirtschaftspolitische Krise…

    Da alles Leben elektromagnetische Schwingung ist
    Hast Du schon einmal einen Tag ohne Lieben erlebt
    Ein wirklich unerträglicher lebensbedrohender Zustand
    Darum lasst Uns lächelnd…

    danke
    Dir Joachim von Herzen

     
  10. Ich denke, viel ist für uns ganz normal….. z. B. als Gesunde, das Gehen. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, was ist , wenn ich nicht mehr richtig gehen kann. Die Gehfähigkeit ist jetzt ziemlich mau und kommt auch nicht zurück… das wäre cool, deshalb auf 1 Stunde Strom oder Wasser verzichte ich gerne 😉 LG

     
  11. Hier sind gerade Straßenarbeiten und für eine Stunde war einmal das Wasser, einmal der Strom weg. Das war nicht weiter schlimm. Gegenüber gibts eine Post. Die waren stärker betroffen und hatten dann mal eben fast 2 Tage dicht – denn, ohne Strom geht nix ! Das ist ja nichts dramatisches, aber da wurde mir auch mal wieder bewußt, wie abhängig aber auch alles vom Strom ist…

     

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