Intoleranz trifft Ignoranz

Und wieder geht es um zu laute Motorräder. Leider werden die Motorradfahrer, die auf extrem laute Motorräder stehen nicht weniger. Leider sind solche Typen auch in meinen Bekanntenkreis. Gehörschutz ins Ohr damit es nicht zu laut wird, aber den DB Eater ausgebaut und unsere Mitmenschen mit Krach beschallen. Ich finde dieses Verhalten sowas von ärgerlich, denn durch diese Rücksichtslosen Menschen, werden ALLE Motorradfahrer abgestraft. Wieder ein paar “neue” Ideen die ich im Internet gefunden habe.


17. FEBRUAR 2020 Michael Kutschke1

Fahrtenbuch-Pflicht? Frontkennzeichen für Motorräder? Fahrverbote an Wochenenden? Mit einfachsten Phrasen, die nicht erklärt werden müssen, eröffnen die Medien in Süddeutschland nun das Feuer auf vermeintlich zu laute Motorräder.
Intoleranz …

Emissionen: Nicht nur die Abgase stehen zunehmend im Fokus. Nach dem Dieselskandal wird jetzt die nächste Sau durchs Dorf gejagt – die bösen Motorradfahrer. Dass in Sachen Lärm aber nur ein kleiner Prozentsatz der Biker über die Stränge schlägt, wird beim geforderten Rundumschag mit der EU-Regulationskeule geflissentlich unterschlagen.

Mit der „Initiative Motorradlärm“ fordern 74 Städte und Gemeinden und sieben Landkreise in Baden-Württemberg gemeinsam mit Verkehrsminister und dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung gegen Motorradlärm vorzugehen. Dabei soll die Europäische Union, der Bundesregierung, die Hersteller von Motorrädern sowie Motorradfahrer in die Pflicht genommen werden.

Mittlerweile zählt die sogenannte „Initiative Motorradlärm“ 81 Mitglieder in Baden-Württemberg (74 Städte und Gemeinden sowie sieben Landkreise), davon 18 Gemeinden im bei uns Schweizer Motorradfahrern sehr beliebten Südbaden (Badenweiler, Bernau im Schwarzwald, Dachsberg, Feldberg, Freiamt, Gütenbach, , Herbolzheim, Kappel-Grafenhausen, Oberwolfach, Oppenau, Ottenhöfen im Schwarzwald, Sasbach, Sasbachwalden, Seebach, St. Blasien, St. Märgen, Todtmoos und Todtnau sowie die Landkreise Lörrach und Waldshut).
Gefordert werden unter anderem: Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsverbote an Wochenenden und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes, Pflicht zur Führung eines Fahrtenbuchs…

Und so steht auch in diesem Fall der Regelwahn mal wieder als schnelle Lösung für ein Problem, das mit ein bisschen gegenseitiger Rücksichtnahme viel effektiver einzudämmen wäre.

Es geht uns alle an! Ein solcher Konflikt kann ohne gegenseitige Rücksichtnahme, nie wirklich zur Zufriedenheit aller beigelegt werden. Es ist zu einfach, die Welt in Gut und Böse zu unterteilen, in Opfer und Täter. Bekanntermassen existieren für motorisierte Fahrzeuge Vorschriften auch bezüglich Lärm. Kontrolliert und eingetragen wird dies bei der Zulassung. Und wer an den serienmässigen Einrichtungen manipuliert, pilotiert ein nicht vorschriftsgemässes Fahrzeug und wird, falls erwischt, ja längst gebüsst.

 … trifft Ignoranz
Aber: Wahr ist auch, dass es rücksichtslose Töff­fahrer gibt … nicht nur solche, die kaum über der Grenze den dB-Killer im Schwarzwald aus dem Auspuff entfernen. Nervig sind auch die Kollegen, die im 1. Gang mit hoher Drehzahl durch ganze Orte fahren und am Ortsausgang voll aufdrehen. Wir sollten solche ignoranten Töfffahrer ins Gebet nehmen, denn sonst drohen immer mehr selektive Streckensperrungen nur für ­Motorradfahrer. Denn wir fahren in den Augen der „militant Toleranten im Ökogewande“ ja eh nur „unnötig“ in der Gegend herum. (und hier finden sich meine Bekannten, die das lesen sicher wieder)

Bald auch Fahrverbote in Lärmzonen?
Keine Sorge: Steuern bezahlen bleibt erlaubt.
Enteignung und Abschaffung des Bestandsschutzes
Die Büchse der Pandora wurde Genf mit der Etablierung von EU-konformen Umweltzonen bereits geöffnet. Der Geist der nun daraus entweicht, nämlich die schleichende, getarnte Enteignung aller Fahrzeugbesitzer, wird nicht an den Stadtgrenzen halt machen. Geht der Genfer Abgas-Alleingang durch,  ist alles denkbar, z.B. auch eine künftige Sperrung der Passstrassen für sogenannt lärmige (ältere) Fahrzeuge und vieles mehr.

Man sollte sich erinnern: Die Kommission des Nationalrats verlangte 2016 mit einer Motion betreffend «lärmige Motorräder » die Einführung einer Pflicht zur Um- bzw. Nachrüstung von bereits zugelassenen Motorrädern, die speziell «störende Emissionen» produzieren. Mit nur dünnen 97 gegen 79 Stimmen wurde die Aushebelung des Bestandsschutzes damals gerade noch verhindert.

Deshalb: Nein zur «Umwelt Vision Zero»! Nein zu versteckten EU-Enteignungen in der Schweiz – Swiss-Moto: IG-Motorrad – Halle 3, Stand A24.
 
Lärmbusse – aktueller Fall in der Schweiz – jetzt im  TÖFF-Magazin (ab 19.02.20 am Kiosk)
TÖFF berichtet über den Fall eines Motorradfahrers, der wegen einer Feierabendrunde (mit seinem vorschriftsmässigen Töff) zu einer Busse wegen der „Verursachung von unnötigem Lärm“ 900 Franken verdonnert wurde. So geschehen auf einer Kantonsstrasse im «Dreiländereck» Bern/Luzern/Aargau. Sie verbindet durch ausgedehntes Waldgebiet (Boowald) die Ortschaften Roggwil (BE) und St. Urban (LU) mit Vordemwald. Die Anklage «unnötiges Herumfahren» klingt schon ziemlich schräg. Wer, bitte sehr, soll beurteilen, was in einer ­liberalen Gesellschaft «unnötig» ist?

Toleranz
Was eigentlich ist Toleranz? “Tolerieren heisst dulden, Akzeptanz heisst anerkennen und dahinterstehen. Daraus folgt: Toleranz verlangt den Menschen daher einiges ab. Schon immer. Anscheinend ist man in unseren vermeintlichen Demokratien aber dazu immer weniger bereit etwas zu erdulden. Die einen klagen gegen Kirchen- und Kuhglocken, die Anderen gegen Fluglärm und Windräder, die Nächsten gegen vermeintlich laute Motorräder, Elektrosmog, Feinstaub und zu stille Friedhöfe.

Quelle: verlag@galledia.ch

13 Gedanken zu „Intoleranz trifft Ignoranz

  1. Ich bin selbst Bikerin. Aber es darf zu keiner Belastung anderer Mitmenschen kommen das steht fest. Man muss Rücksicht auf andere nehmen. Genauso wie beim Autofahren. Es geht auch ohne, dass man den Motor aufdreht bis zum geht nicht mehr…..

    • Ja liebe Andrea das sehe ich auch so. Aber leider gibt es einige von uns Motorrad Fahrern(innen) die eine sehr hohe Ignoranz Stufe haben. Ich erlebe das leider an jedem Wochenende mit schönen Wetter. Und dann sind wir alle am jammern wenn immer mehr Strecken für Motorräder gesperrt werden.

  2. Als ich die Liste der Städte/Kreise der Tagespresse entnommen habe: »Kenn ich, Passknackernachweis. Kenn ich, Passknackernachweis. Kenn ich, Passknackernachweis, …«.

    Ich bin für Sippenhaft. Aber für alle: LKW zu laut -> Vollsperrung für LKW. PKW zu laut? Vollsperrung für PKW. Endlich wieder freie Straßen für Tretroller und Fahrräder. 😉

    Im Ernst: Ich hab’s schon woanders geschrieben das eine Maschine von 1972 völlig legal lauter sein darf als eine aktuelle Maschine nach Euro 4. Und selbst die darf laut sein (Klappenauspuff bei BMW oder Ducati beispielsweise) – wenn man eben die Drehzahl wählt in welcher sie laut ist.

    Daher bleibe ich dabei: Es ist nicht durchdacht und jetzt eben ein blanker Aktionismus.

    Für mich selbst gilt: »Loud ist out« – von meiner BMW höre ich sowieso fast nichts da der Lärm nach hinten rausgeht. Dann muss der nicht auch noch unnötig laut sein.

    • Sehr schön geschrieben. Ich höre von meiner VS1400 während der Fahrt auch kaum etwas. Ich genieße meine Touren. 🙂

    • ich höre von meinem Yamaha Chopper auch viel zu wenig.. nur ein leises Brummeln….aber wenn ich in Wohngebiete oder auf Strassen mit Wohnhäusern komme fahr ich einfach so leise wie möglich. So sollte es auch sein

    • Genau liebe Andrea. Leider geben gerade viele zwischen den Häusern richt Gas, weil es da so schön knallt 🤮

  3. Hallo Rudi. Natürlich hast du recht. Bei uns hier im Zollern-Alb-Kreis wurde eine Stecke namens “zum Lochen” gesperrt. Es geht eine wunderschöne Strasse hoch zu einem Berg Richtung Bodensee. Meine Freundin ist Anwohnerin dieser Strasse und ist jetzt richtig froh über die Sperrung. Weil der Motorrad-Lärm im Sommer Jahr für Jahr immer schlimmer wurde. Es ist sehr traurig, wie in unserer Gesellschaft die Rücksicht auf andere immer weniger wird. Jeder nimmt sich selbst immer wichtigster und macht was er will – ohne Rücksicht auf die Umwelt…und die “inzwischen wenigen” Ausnahmen halten diesen gesellschaftlichen Wandel nicht mehr auf…..ein Trauerspiel. LG

    • Ich kann deine Freundin verstehen. Allerdings finde ich eine Sperrung für alle falsch. So werden auch alle anderen die nicht zu laut unterwegs sind bestraft. Stell dir mal vor, man würde allen Menschen die jünger als 24 sind verbieten Autos zu fahren die mehr als 75 PS hätten. Ich würde ds zwar gut finden, abe gerecht wäre das nicht. Ich bin immer noch der Meinung das unsere Politiker einfach sich zu wenig mit diesem Thema beschäftigen. Einfach eine Straße sperren ist eine Aktion die sehr wenig Hirn von “unsern” Politikern braucht!

    • Hallo Bernhard, danke der Nachfrage, mir geht es gut. Leider gibt es im Moment ja nur ein Thema und daher kommt nichts in Sachen Blog von mir 🤷‍♂️

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