Sport im Alter: Gibt es Grenzen?

Ja wie ist das denn nun mit dem Sport? Sport ist Mord sagen die einen, ohne Sport geht gar nichts (ich gehöre dazu) sagen die anderen. Aber es gibt doch ein gesundes Mittelmaß. Ich übertreibe es oft mit meinem Sport. Ich gebe zur Zeit 4 Stunden Indoor-Cycling in der Woche und gehe dann noch 3 mal zum Kraft Training.

Spaß habe ich auch dabei 

Außer Sonntags mache ich jeden Tag Sport. Natürlich gibt es Tage wo ich keine Lust habe und wenn es möglich ist, bin ich dann auch faul. Aber 4-5 Tage ohne Sport? Ich merke das mir das nicht gut tut. Ich will mich bewegen. Aber was sagen denn die „Fachleute“ zum Sport im Alter? Ich habe einen Interessanten Artikel im Internet gefunden. Ein bisschen lang, aber in 5 Minuten ist er gelesen. Und was sagen meine Blog Leser zum Sport im Alter? Lasst es uns wissen.

Fertig zum Indoor Cycling

Mit steigendem Alter sinkt leider die Kondition. Das ist unerfreulich, aber mit Sport lässt sich wirksam gegensteuern. Doch wo liegen die Leistungsgrenzen in höherem Alter?

Bei Charles Eugster zielen solche Fragen ins Leere, Begriffe wie Leistungslimit und Altersschwäche gehören nicht zu seinem Vokabular. Der gebürtige Brite, der seit Jahrzehnten in der Schweiz zu Hause ist und früher als Zahnarzt sein Geld verdient hat, ist der vermutlich älteste Bodybuilder der Welt. Sein Oberkörper besitzt die jugendlich-attraktive V-Form: breites Kreuz, schmale Taille. Eugster ist 91 Jahre alt, und wenn er bei Fitness-Wettkämpfen antritt, dann stiehlt er jungen Muskelprotzen die Show und häuft Preise an wie andere Leute Hüftspeck. Eugster hat zwei Weltmeistertitel geholt, in der Altersklasse 80+ ist er nicht zu toppen – ein echtes Unikum und der ultimative Beweis, dass auch in hohem Alter alles möglich ist.

Die moderne Wissenschaft bestätigt dies. “Der Mensch ist ein biologisches System. Trainingsreize lösen Anpassungen im Organismus aus, unabhängig vom Alter”, sagt Professor Dieter Leyk, der an der Deutschen Sporthochschule Köln die Forschungsgruppe Leistungsepidemiologie leitet. “Wie stark jedoch der Körper auf den Trainingsreiz reagiert, ist abhängig von der Lebensphase.” Kinder beispielsweise würden bei einem Krafttraining keine Muskelberge aufbauen. In der Pubertät führe der Testosteronschub bei Jungen – bei gleichem Trainingsreiz – zu einer erhöhten Ansprechbarkeit der Muskeln und zu größeren Trainingseffekten. In fortgeschrittenem Alter wiederum verringere der sinkende Hormonpegel die Wirksamkeit der Übungen.

Was also kann ich in höherem Alter erreichen? Wie viel Kraft steckt in mir? Welche Ausdauer schaffe ich noch? Auf jeden Fall viel mehr, als man denkt. Studien aus den 90er-Jahren belegen eindrucksvoll, dass Senioren durch ein gezieltes Krafttraining das Leistungsniveau eines untrainierten 20- bis 30-Jährigen erreichen. Ähnliches gilt auch für die Ausdauer. Leyk hat zu diesem Thema mit der so genannten PACE-Studie (Performance Age Competition Exercise) wertvolle Erkenntnisse geliefert. Seine Studiengruppe wertete rund 900.000 Laufzeiten von Marathonläufern zwischen 20 und 79 Jahren aus. Ein wichtiges Ergebnis: Ein Viertel der 65- bis 69-Jährigen Langläufer war schneller als die Hälfte der 20- bis 54-jährigen Konkurrenten. Jeder vierte ältere Marathonläufer hatte sogar erst fünf Jahre zuvor mit dem Lauftraining begonnen. Leyk kam zu diesem Schluss: “Leistungseinbußen in mittlerem und höheren Lebensalter sind primär auf eine inaktive Lebensweise, nicht aber auf biologische Alterung zurückzuführen.”

Welche sportlichen Leistungen selbst Hochbetagte erzielen können, zeigen regelmäßig die amerikanischen Senior Olympics. Zu den Olympischen Sommerspielen im Juni 2011 kamen 15.000 Athleten – Mindestalter: 50 Jahre – nach Houston, Texas. In sechs verschiedenen Altersklassen und 18 Disziplinen – darunter Badminton, Basketball, Shuffleboard, Tennis und Volleyball – rangen die Sportler um Ehre und Medaillen. Ältester Teilnehmer war Trent Lane aus Louisiana, 101 Jahre alt. Im Hammerwerfen erzielte er mit 11,32 Meter einen neuen Weltrekord in seiner Altersklasse 100+. In drei weiteren Wurfdisziplinen gewann er olympisches Gold. Lane hatte 1991 mit dem Wettkampfsport begonnen, mit 81. In den letzten Jahren war er nicht angetreten, weil er an den Folgen einer Sturzverletzung laborierte, die er sich beim Dachdecken zugezogen hatte.

Ohne sportliche Betätigung ist Altern eine Verlustgeschichte: Zwischen dem 20. und dem 70. Lebensjahr verliert der Mensch 20 bis 40 Prozent seiner Muskelmasse. Die Ausdauerleistung nimmt nach dem 30. Lebensjahr um bis zu 15 Prozent pro Jahrzehnt ab – wenn man nichts dagegensetzt. Für Charles Eugster, als Jugendlicher im Boxen, Rugby und Rudern aktiv, war der Sport zeitlebens ein wichtiger Begleiter. Allerdings habe er sich ab 40 ziemlich gehen lassen, bekannte er kürzlich in der britischen Tageszeitung “The Guardian”. “Meine Frau und ich verbrachten viel Zeit damit, nichts zu tun.” Familie und Beruf schienen einfach keinen Freiraum für sportliche Aktivitäten zu lassen. Eine weit verbreitete Erfahrung im mittleren Lebensalter. Erst als Rentner finden viele wieder Muße und Zeit für körperliche Aktivität.

Eugster verabschiedete sich mit etwa 60 von seiner Rolle als “Couch Potato”, nachdem erhebliches Übergewicht und eine dicke Krampfader am Unterschenkel ihm “auf schockierende Weise” seine Inaktivität vor Augen geführt hatten. Er fing wieder mit dem Rudern an, zog mehrmals in der Woche am Riemen. Bis zum 75. Geburtstag praktizierte er als Zahnarzt, bis 82 publizierte er ein Fachjournal. Hier könnte die Eugster-Story zu Ende sein: mit einem zufriedenen älteren Herrn, rüstig und geistreich.

Es kam anders. “Mit 85 hatte ich eine Krise. Ich sah in den Spiegel und erblickte einen alten Mann. Übergewicht, schreckliche Haltung, schlaffe Haut. Ich sah aus wie ein Wrack.” Muss man sich mit diesem Schicksal abfinden? Niemals, entschied Eugster, schrieb sich in einem Fitness-Club ein, startete ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining, lernte Judo, um sich bei Stürzen besser abfangen zu können – und genoss die Blicke der Damen auf seinen zunehmend wohlproportionierten Körper.

Seiner Jugend wolle er nicht hinterherjagen, betont Eugster. Aber der Gesundheit. Dass er damit Recht hat, belegen zahlreiche Studien: Regelmäßiges Training schützt demnach vor Herzinfarkt und Schlaganfall, fördert den Stoffwechsel, hält den Geist länger fit, stärkt die Knochen, beugt Stürzen vor, sorgt für besseren Schlaf, vertreibt schlechte Laune und verlängert das Leben. Kein aktuell verfügbares Medikament der Welt hat eine derart umfassende Wirkung. Der Kölner Experte Dieter Leyk betont: “Ganz unabhängig vom Einstiegsalter: Wer anfängt, regelmäßig zu trainieren, wird von allen positiven Effekten, die Training auslösen kann, nach einer gewissen Zeit profitieren.” Wichtig gerade bei Älteren ist allerdings: Lassen Sie sich von einem Arzt durchchecken, bevor Sie loslegen. Und gehen Sie es erstmal langsam an. Auch wenn Sie meinen, das Tier in Ihnen wecken zu müssen.

Und das ist gar nicht mal so unrealistisch. Professor Heinz Mechling, der 2006 an der Kölner Sporthochschule das Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie gründete, hat bei seinen Untersuchungen 90-Jährige beobachtet, die beim Krafttraining Leistungszuwächse von 150 Prozent erzielten. Viel wichtiger aber ist dieses Signal: Ich bin noch trainierbar. Drastischer formuliert es Charles Eugster. “Die Leute müssen eine Gehirnwäsche hinter sich haben, wenn sie denken, dass mit 65 alles vorbei ist. Für mich ist ein 65-Jähriger ein junger Mann!”

Quelle: ich selber 😆 und Senioren Ratgeber

11 Gedanken zu „Sport im Alter: Gibt es Grenzen?

  1. Ich habe 80/90jährige Patienten, die fitter sind als manch 50jährige. Wenn ich frage, wie sie das geschafft haben, ist die Antwort eigentlich immer: „Ich bewege mich. Ich trainiere täglich eine halbe Stunde, ich ernähre mich gesund, ich verzichte auf diverse Medikament und passe bewusst auf mich auf,…“ manche machen Rehasport. Andere machen Gymnastik vor dem Fernseher oder nach dem Aufwachen. Fast alle gehen Hobbys oder Ehrenämtern nach. Das sind die Menschen, die lange geistig und körperlich fit sind. Klingt eigentlich nocjt schwer. 😉

    • Klingt echt nicht schwer. Ich gebe alles um selbst fit zu sein und zu bleiben 🏋️🤘

  2. Seit 2011 bewege ich mich viel mehr als früher, gehe ins Studio, um Krafttraining zu machen, fahre so oft Rad wie noch nie. Damals war ich 59 😁. Ich fühle mich heute viel fitter, gesünder und stärker als mit 30. Und ich ernähre mich viel besser, informiere mich über Lebensmittel. Tja,mein Blog zeugt ja von diesen Aktivitäten.
    Danke für die vielen interessanten und Mut machenden Zahlen und Fakten über alte, aber sehr sportliche Menschen. LG Sigrid

  3. Ich mach mit 35 zu wenig Sport. Kann mir ne Scheibe abschneiden. Aber man sollte schon aufpassen dass man nicht einer Sportsucht verfällt, das ist ähnlich wie Magersucht. Wenn das Leben nur noch durchgetaktet ist mit Sport und man kaum noch Erholung hat sollte man aufmerksam werden.

    • Das ist so eine Sache mit der Sucht. Ein wenig süchtig bin ich auch, kaue aber keine Fingernägel wenn ich eine Woche mal nichts machen kann. 😅🤘

  4. Im gesunden Körper gesunder Geist! Toll, wenn man sich fit sein ganzes Leben hält, wie mein Vater. Der Bruder aber dagegen kann im Moment keinen Sport, wegen der Zahnentzündung. Hoffentlich begreift er irgendwann, dass man nicht nur trainieren muss, sondern auch den Körper richtig pflegen, danke für die Anregungen!

  5. Ich bin im Großvateralter, Rentner. Ich übe seit Jahrzehnten (Modern)Arnis/Escrima und laufe seit 50 Jahren. Arnis zweimal pro Woche heute und ich laufe zweimal pro Woche, allerdings nicht mehr den Halbmarathon von 25 Km sondern nur noch aus Freude am Laufen ohne Zeit- oder Streckenlimt

  6. Ich (w 56) bewege mich gerne und regelmäßig, ich habe immer Ausgleichssport getrieben und gehe derzeit mintestens 5 x pro Woche 1 Std. joggen oder walken. Ich fahre gerne Rad und gehe wandern.
    Trotzdem ist mir Sport total unwichtig – neig, eigentlich sogar mehr. Übertriebener Sport ist für mich ein Ausschlusskriterium.
    Ich möchte, dass sich mein Partner bewegt, dass wir mal miteinander Rad fahren oder wandern. Aber wenn ich einen Mann treffe, der jedes Wochenende mit dem MB losfährt, der sich für einen Marathon vorbereitet oder sonst irgendwelche Sportarten dieser Art betreibt – nicht mit mir.
    Ich habe da schon meine Erfahrungen gemacht, alle dieser Männer waren bisher eher ungemütlich, hatten kein wirkliches Interesse an einer Beziehung, waren sehr egoistisch und humorlos.
    Kann sein, dass das Zufall war, aber für mich war es eben so.
    Sport sollte für auch für meinen Partner nur ein Mittel zu sein, das auszugleichen, was uns durch eine überwiegend sitzende Tätigkeit fehlt. Dazu gehört aber kein Marathonlauf.

    • Echt, solche Erfahrungen hast du gemacht. Das tut mir leid

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